• Sandra Kitzmüller

#Teil I: der unterschied: aktive Kommunikation und Pferdetraining?





Immer wieder werde ich gefragt: "Ja was ist denn jetzt so besonders an deinem Umgang mit Pferden"?


Ich war schon immer an der Sprache der Pferde interessiert und habe versucht immer mehr darüber herauszufinden! Doch die ersten Berührungen mit der sogenannten "Pferdesprache" haben nichts mehr mit dem zu tun, wovon ich heute überzeugt bin!


Es war etwa im Jahr 2012 als ich mit meiner Stute an meine Grenzen gestoßen bin!

Was passiert war? Nichts "besonderes"! Das ist es ja! Sie war super gehorsam und sobald sie wusste, dass sie nicht frei entscheiden konnte, hatte sie alles gemacht was ich von ihr verlangte!


"Ja, aber wünscht man sich das nicht ja, dass das Pferd keinen Widerstand leistet?!"


Nun ja, damals schon! Mein Problem war aber, dass sobald sie um ihre Freiheit wusste, sie nichts mit mir zu tun haben wollte! Sie wollte nicht bei mir sein und hat mir das auch ganz deutlich gezeigt! Das war der Anstoß, mich mehr mit der sogenannte Pferdesprache auseinander zu setzen!


Im Internet kursierten viele Tipps und Ratschläge in einzelnen Foren, was man tun kann wenn....


In Büchern fand ich die unterschiedlichsten Trainings- und Ausbildungsansätze um schlussendlich ein gehorsames Pferd zu haben.


Doch zu meiner Problematik fand ich so gut wie nichts Brauchbares! Also suchte ich nach Hilfe in anderen Umgangsformen sowie Trainern und stieß unter anderem auf die unterschiedlichen Lehren des sogenannten "Natural Horsemanships"!


Schnell dachte ich, das wird die Lösung! So bekomme ich es hin eine Beziehung zu meinem Pferd aufzubauen!


Schien es doch ganz friedlich wie sich die Pferde auf völlig gehorsame Weise an ihren Menschen wandten!


Mir wurde von vielen Seiten erklärt, dass das Verhalten meiner Stute respektlos sei und dass sie zuerst lernen muss, wer hier von uns zweien der Chef ist! Danach würde sie sich mir schon anschließen und erkennen, dass es für sie besser ist bei mir zu sein!


Hat es geklappt?


Nein, das hat es nicht! Da mag man vielleicht jetzt denken: "Ja, wenn du es nicht richtig gemacht hast, dann ist das kein Wunder."


Weißt du was? Ich bin froh darüber, dass es mir nicht gelungen!



Jetzt kommen wir nämlich endlich an den Punkt, an dem ich dir gerne erklären möchte, was ein Druck und Zwang basierter Umgang der zu 95% am Markt herrscht im Vergleich zu einer aktiven Kommunikation verkörpert!


//

Stell dir vor...

"Ein top funktionierendes Pferd das wie eine "1" neben seinem Menschen steht, ohne jede Regung auf Widerstand!"


Das ist das Bild dem 95% der Pferdemenschen hinterherjagen, ob sie dies nun zugeben oder nicht! Schlussendlich tragen sehr viele Menschen diesen Wunsch in sich, "das vorzeige Pferd zu besitzen, nach dem sich alle sehnen"!


Das absolut krasse ist, was die meisten Menschen in diesem Tunnelblick gefangen hält und sie in ihrem "tun" bestätigt, ist folgende Wahrheit...


// wenn wir dem Pferd nur lange genug suggerieren durch Druck und Zwang, durch Gehorsam und Bestrafung zu funktionieren, dass das ganze irgendwann auch "frei" abrufbar wird!" //


Das sogenannte "Stockholm Syndrom" bei Pferden, wie ich es manchmal sehr gerne nenne kommt zum Vorschein! Das Pferd erkennt, diese für ihn unnatürliche Art und Weise wie dieser Mensch in Beziehung geht, als die einzige Möglichkeit überhaupt mit ihm in Beziehung zu gehen!


Da Pferde aber eine "Beziehung" als die einzige Verbindung anerkennen, die langfristig für "Überleben" sorgen kann, fügt es sich dem Angebot des Menschen!


Aufgrund der Empathie Fähigkeit der Pferde stellt sich oftmals eben eine Abhängigkeit ein, welche den Anschein erzeugt, dass das Pferd ja super gerne bei diesem Menschen ist!


Diese verschobene Wahrnehmung darüber, wie Pferde ausgebildet oder trainiert werden sollten, was ein Mensch für Qualitäten im Zusammensein mit dem Pferd aufweisen muss, halten die Mehrheit der Pferdemenschen in dem Glauben, dass diese veralteten Systeme und Denkweisen korrekt wären!


Um den Teil 1 dieser Blog-Serie gebührend zu beenden, möchte ich an dieser Stelle erwähnen, dass es nie darum geht richtig oder falsch zu handeln und das zu beurteilen!


Mir geht es vielmehr darum Menschen zu ermutigen, aus dem Einheitsbrei der Gesellschaft aufzuwachen und alles was wir tun zu hinterfragen und zu überprüfen, ob dies auch mit unserer eigenen Wahrheit und die der Pferde einhergeht!


Solltest du dir jetzt unsicher sein, ob das, was ich da schreibe der Wahrheit entspricht?


Dann wirf einfach einen Blick in das Gesicht deines Pferdes! Wenn du es holst, wenn du es putzt, wenn du es sattelst, wenn du es reitest oder wenn du es trainierst!


Die Mimik deines Pferdes wird dir mehr verraten als ich es je könnte!


Was auch immer du fühlst beim Anblick deines Pferdes - ist die Wahrheit deines Pferdes!



Mehr dazu in Teil II!

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